Was ist mit dem ANSATZ #1

ansatz grau

Zugegeben – ich weiss nicht, ob dieses Bild von dieser prominenten ‚Offensichtlich eigentlich Grauhaarigen‘ nicht per Photoshop gefälscht ist. Aber dass IRiS BERBEN ihr Haar färbt, weiss man spätestens, seitdem sie als Testimonial einer bekannten Haarfarbenfirma zu sehen war. Das Haar zu färben, wenn das erste Grau sich bemerkbar macht, ist ja auch gar nicht schlimm. Jedoch höre ich auch sehr oft die Bemerkung mit der sich anschließenden, manchmal verzweifelten Frage von färbemüden Frauen, wenn es um das Thema ‚Doch lieber Grau werden und nicht mehr färben‘ geht: ‚Was mache ich bloß mit dem Ansatz???!!‘.

Da ich mittlerweile weiß, dass viele, viele Frauen des Haare Färbens überdrüssig sind aus den unterschiedlichsten Gründen, aber nicht genau wissen, wie sie die Zeit überbrücken sollen, bis das schöne GRAU oder WEiSS zum Vorschein kommt, habe ich mich heute entschlossen, einen Blogartikel diesem Thema zu widmen.

Also: Der Ansatz, Substantiv, maskulin. Frage ich den Duden nach der Bedeutung dieses Begriffes, so erhalte ich die Antwort: Erstes sichtbares Zeichen, Anflug, Spross. Hört sich ja mal nicht schlecht an, oder? Ich möchte meine Antwort gliedern in zwei Teile. Eine ‚technische‘ Empfehlung für die Zeit des Übergangs zu ‚GRAU/WEiSS‘ und eine Empfehlung, die Bewertung des Vorgangs des Farbverlustes der Haarpracht u.U. zu ändern ..

Zuerst die ‚technische Empfehlung‘: Allen, die Grau werden und es bleiben wollen, empfiehlt Franc Braun, Colorations-Experte für L’Oréal Professionnel in Düsseldorf,  Strähnen im Naturton in’s Haar zu bringen. Damit das Ergebnis schön natürlich aussieht, werden keine glamourösen Gold- oder Kupfer-Nuancen benutzt, sondern feine Strähnchen in Asch- oder Schiefertönen gesetzt, die sich dem natürlichen Grau anpassen. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis der gewünschte Zustand erreicht ist. Bei kurzem Haar geht das relativ schnell, bei einer langen Mähne ist etwas mehr Geduld erforderlich. Wer dieses Prozedere scheut, der kann es allerdings auch so handhaben, wie Frau Schrowange es einst praktiziert hat. Die Farbe einfach rauswachsen lassen, Perücke drauf – und gut is ..

Nun zu der zweiten Empfehlung: Die Bewertung verändern mit der du die Sache ‚mit dem Ansatz‘ siehst. Hier handelt es sich um eine ‚innere Reise‘, auf die du dich allerdings meines Erachtens schon längst begeben hast. Nämlich just zu dem Zeitpunkt, als du die Entscheidung getroffen hast, zu deiner mittlerweile tatsächlichen Haarfarbe zu stehen. Ein ‚innerer‘ Standpunktwechsel wird quasi ‚öffentlich‘. Gratulation!!

Nun kommen wir wieder zu der Definition des ‚Ansatzes‘. Wir erinnern uns: Erstes sichtbares Zeichen, Anflug, Spross. Mit dem weißen Ansatz auf dem Kopf zeigt sich ein ‚erstes, sichtbares Zeichen‘ von Mut, Entschlossenheit, dich nicht mehr zu verstecken. Es ist ein kleines, sichtbares Zeichen von Rebellion, dich nicht mehr dem landläufigen Diktat zu unterwerfen, aussehen zu müssen, wie ‚die Medien‘ usw. es propagieren. Franc Braun vermutet: „Vielleicht haben es diese Frauen einfach satt, so auszusehen, als strebten sie kontinuierlich nach einer jüngeren Version von sich selbst und wollen stattdessen lieber aussehen wie: sie selbst.“ Kann das passen?

Ich habe da eine faszinierende Frau im Kopf, die ich vor ein paar Jahren kennenlernen durfte. Ihr Haar war geschnitten zu einem wunderschön ausdrucksstarken, Henna gefärbten, kinnlangen Bob. Sie ist eine starke, intuitive Künstlerin, ihre hennaroten Haare waren ein Statement!! Als ich ihre Tanzklasse besuchte und sie mich sah mit meinen weißen Haaren, von denen sie wiederum begeistert war, reifte ihr schon lang gehegter Entschluss, das Färben sein zu lassen. Das ‚monatliche Gematsche‘ nervte .. Sie entschloss sich, den Ansatz sichtbar rauswachsen zu lassen. Sichtbar (!!). Ohne Strähnchen. Über Monate. Das war mutig – und sah auch wider Erwarten gar nicht soo schlecht aus, da der Ansatz in den wenigsten Fällen total ‚balkig‘ rauswächst. Während dieser Zeit gab es oft Momente im Spiegel, die sie einfach aushalten musste. Aber sie hielt durch und es hat sich sehr gelohnt. (Eventuell darf ich sie hier demnächst einmal vorstellen ..).

Vielleicht ist dieser Prozess der Haarfarbentransformation auch zu vergleichen mit einer Schwangerschaft. Ein ‚Spross‘, der Ausdruck von etwas Neuem, von etwas Eigenem, von etwas Echtem .. Mein neues Selbst wird sichtbar, wird geboren. Es muss sich entwickeln, muss ‚rauswachsen‘. Es kommt nicht plötzlich, sondern ‚es darf wachsen‘. Es darf sich die Zeit nehmen, die es braucht. In der heutigen Turbozeit ein Anachronismus. Schade eigentlich ..

Ich hoffe, ich kann mit diesen Zeilen, färbemüde Frauen inspirieren. Und selbstbewusste Grauträgerinnen bestärken. Und – was mir immer wichtig ist: Niemand muss, jede kann und hat die ureigene Bestimmungsgewalt über ihr Selbst im Innen und im Außen.  Wenn Ihr mögt, schreibt mir doch Eure Erfahrungen mit diesem Thema. Freue mich auf Eure Zuschrifften …

Herzlichst ♥♥♥ Eure BiRGiT

ansatz grau #1

3 Kommentare zu „Was ist mit dem ANSATZ #1“

  1. Hallo Birgit,
    Vor weg ich bin süße Mitte 20 und habe auch keine grauen Haare, aber seit ich 18 bin färbe ich mein Naturblond in Braun über.. und dies habe ich satt und dein Artikel hat mich in meinem Vorhaben bestärkt!
    Danke dir dafür

    Liebe Grüße Lea

  2. Hallo, so, jetzt bin ich bereit. Ich lasse den Ansatz einfach so und gebe der Veränderung Zeit, sich zu vollziehen. Ich Bin bin seit kurzem glückliche Pensionistin, also;) Zeit genug.
    Bis bald und ich freue mich auf das Neue.

  3. Sieht super aus deine Haarfarbe.
    Ich bin 46 und habe erste Fäden und töne meine dunkelbraunen Haare noch. Aber wenn das Weiß mehr wird, werde ich auch dazu stehen. Bei meiner Mutter, der ich sehr ähnlich sehe, sieht es wie bei dir toll aus!
    Ich denke die Sehgewohnheiten in der Öffentlichkeit werden sich da in den nächsten Jahren auch noch mehr verändern. 🦄

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