#42 GRiT DE BOER

grit

Es war ein Tag wie Samt und Seide. Die Sonne zeigte sich nach langen, dunklen Monaten und Winterwochen fast das erste Mal. Schon vergessen, wie es sich anfühlt, die Wangen sanft küssen zu lassen von der zarten, ersten Wärme des Frühjahrs. Und das Licht, erstmal das Licht! Noch nicht strahlend, fordernd, nein, eher sanft, tiefstehend doch hellgleißend. Es war ein Tag wie Samt und Seide. Wunderschön und verheißungsvoll.

Grit de Boer passte so richtig gut zu diesem Tag. Wir trafen sie in Bonn, der früheren Bundeshauptstadt bei dem künstlerischen Szene – Italiener Mercato. Eine Erkältung plagte mich und ich war nicht so in Plauderlaune, aber hätte diese Begegnung nicht stattgefunden, es hätte etwas gefehlt an diesem Tag wie Samt und Seide. Aufgefallen war mir die Dame am Nebentisch sofort. Ihr Style war ein lässiges Statement, rotlackierte Nägel, braunes Strickjäckchen mit Pelzumrandung – und unübersehbar natürlich  ihr fransig geschnittener Silbergraumetallic – Schopf. Ich erkundigte mich ganz nebenbei nach ihrer Profession und konnte dann doch mein großes Erstaunen nicht ganz so gut verbergen. Wir hatten eine Pfarrerin angesprochen. WOW! ‚Sie sind aber eine chice Pfarrerin?!‘, rutschte es mir heraus. Ja, warum denn eigentlich nicht? Wenn GOTT, der Schöpfer, die Schönheit schlechthin ist, wieso sollte Sein Bodenpersonal nicht diese Schönheit verkörpern? Und – Schönheit hat ja auch etwas tröstliches. Das werden die Menschen bemerkt haben, mit denen Grit de Boer als Seelsorgerin auf der Onkologischen und Palliativstation zu tun gehabt hat. Auch als Leiterin der Bahnhofsmission hat sie stets an den Grenzen des Lebens gearbeitet. Beachtlich.

In allem weiß sie sich von GOTT getragen. Wohl auch, weil Grit de Boer sich in all den Grenzerfahrungen eine gewisse Leichtigkeit erhalten hat, die auf diesem göttlichen Fundament Tiefe und Klarheit zugleich ausstrahlt.  Wir erlebten sie vergnügt, erlöst, befreit. Ganz so, wie der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch es in seinem Psalm beschreibt, der dieser Botin Gottes sehr am Herzen liegt. DANKE, liebes Leben, für diese wundervolle Begegnung.


Ich bin vergnügt
erlöst
befreit
Gott nahm in seine Hände meine Zeit
Mein Fühlen Denken
Hören Sagen
Mein Triumphieren
Und Verzagen
Das Elend
Und die Zärtlichkeit

Was macht, dass ich so fröhlich bin
In meinem kleinen Reich
Ich sing und tanze her und hin
Vom Kindbett bis zur Leich

Was macht, dass ich so furchtlos bin
An vielen dunklen Tagen
Es kommt ein Geist in meinen Sinn
Will mich durchs Leben tragen

Was macht, dass ich so unbeschwert
Und mich kein Trübsinn hält
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt
Wohl über alle Welt

°Hanns Dieter Hüsch°

open
iS YOUR HEART OPEN?

cola

 

 

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