Begegnung mit DEiNEM LEBEN

seerose

Stell Dir vor, du triffst auf DEiN LEBEN. Es steht neben dir und betrachtet dich mit einem liebevollen Blick. DEiN LEBEN atmet tief ein, öffnet die Lippen und beginnt mit sanfter Stimme zu sprechen. Es sagt: ‚Alles ist gut. Hör mir bitte zu. Meine liebe Tochter, mein lieber Sohn, ich kenne Dich schon so lange. Seit dem ersten Tag, seitdem du auf dieser Erde bist, habe ich ein Auge auf dich. Ich habe dich bisher versorgt mit allem, was du brauchtest, damit du dich zu dem Menschen entwickelst, der du jetzt bist. Ich habe dir Freude geschickt und Leid, an dem du gewachsen bist. Es gab steinige Täler zu durchwandern und luftige Höhen zu genießen. Das reißende Wasser hat dich umstrudelt und die Glut hat dich gewärmt, aber auch geläutert. Ich versorge dich auch weiterhin  mit allem, was du brauchst, sei dir dessen gewiss ..

Aber jetzt, mein Kind, bleib einfach mal stehen. Halte inne. Ich stehe als DEiN LEBEN an deiner Seite, nach wie vor. Ich werde dich solange begleiten, bis der TOD am Horizont auftauchen wird. Eines Tages wird er kommen und ich werde deine Hand in seine Hand legen, damit er dich zum EWIGEN LEBEN hinüberführt. Das wird geschehen, habe aber keine Angst. Ich möchte dir ein Bild mitgeben für unseren nächsten gemeinsamen Abschnitt.‘ Das LEBEN deutete auf eine wunderschöne Seerose, die zart inmitten eines grünen Blätterteppichs auf der Wasseroberfläche des Sees der Emotionen daherschwamm. ‚Schau, diese Seerose. Wie wunderschön sie aussieht, wie offen ihr Blütenkelch sich gen Himmel streckt. Wie stark verwurzelt sie ist, diese kleine Blume, dass kein Wind, keine Strömung sie wegzuziehen vermag. Die Seerose verspürt auch nicht den Wunsch, den Teich zu verlassen. Sie ist einfach nur da. Sie ist einfach nur da ..‘.

Du hörst DEiNEM LEBEN mit andächtigem Herzen zu. DEiN LEBEN ist weise, es kümmert sich um dich. Hast du das gewusst?

‚Nimm dieses Bild in dein Herz, mein Kind. Sei wie diese Seerose, sei wie eine Blume. Öffne dich und verschenke dich. Sei einfach. Bedenke, dass ich dich als DEiN LEBEN versorge mit allem, was Du brauchst. Du darfst einfach nur SEiN. Ich bin an deiner Seite. Höre auf, dich zu sorgen. Höre auf, dich zu plagen. Alles ist gut und alles wird gut sein. Folge mir einfach. Vertraue mir, DEiNEM LEBEN.‘

Du stehst da und bist ganz .. verzaubert. So hat DEiN LEBEN noch nie zu dir gesprochen. Alles ist gut, denkst du. Alles ist möglich, denkst du. Alles ist so ganz anders, seitdem DEiN LEBEN mit dir gesprochen hat. Und auf einmal merkst Du, wie sich jemand hinzugesellt hat zu euch beiden. Eine große, starke, kräftige Gestalt steht ganz nah neben dir und bietet dir seine breite Brust zum Ausruhen an. Du nimmst das Angebot dankbar an und schmiegst dein Gesicht an den mächtigen Körper des FRiEDENS. Alles, alles ist gut ..

leben

 

 

 

#40 ELViRA LÖBER

elvira löber

Elvira Löber ist ‚Die Septemberfrau‘. Wir kennen uns (noch) nicht persönlich, aber das könnte sich ja durchaus ändern. Elvira ist eine BloggerKollegin, die mit Pfiff und Leidenschaft über die zweite Hälfte des Lebens schreibt. Offen und herzberührend. Ehrlich und zum Nachdenken anregend. Sie teilt ihre Gedanken und Erlebnisse des Lebens mit ihren Leser*innen in der virtuellen Welt und man hat das Gefühl, als würde man sie persönlich kennen. Manchmal stelle ich die Sinnhaftigkeit des Bloggens in den virtuellen Äther durchaus in Frage .. Wer mich persönlich kennt, der weiß das. Aber – ich schreibe gern. Genau, wie Elvira. Und wir freuen uns, wenn ‚jemand‘ unsere Zeilen liest. Und vielleicht inspiriert wird dadurch.

Aber, was ich sagen wollte: Lest doch bitte unbedingt Elvira’s Blogeintrag über ‚Graue Haare + George Clooney‘. Ein Hoch auf uns SilberGrauMetallic’s, wie ich es besser nicht hätte formulieren können! Wer so viel positive Lebensernergie verströmt, wie Du, Elvira, der hat hier an diesesem Ort und an dieser Stelle eine Würdigung verdient. Weiter so!!

Weil iCH es mir WERT bin

 

Perle

Heute gibt’s einen Artikel über (m)ein Lieblingsthema: SELBST WERT .. Ich unterhielt mich über zwei Stunden mit einer Freundin und diese PERLE entstand dabei .. Danke, liebe Freundin .. und ich hoffe, für Euch ist auch etwas dabei .. für Euer Herz.

Weil iCH es mir WERT bin. Zugegeben – der Slogan ist nicht neu. Erinnert Ihr Euch? Wenn ich kurz in mich schaue, dann assoziiere ich  zu diesen Worten immer mehr oder weniger lasziv dreinblickende Damen mit beneidenswerter, blonder Wallemähne und verführerisch geschürzten, vollen Lippen, makellos in Szene gesetzt für die Produkte eines französischen Shampoo – Konzerns .. Hören wir den Slogan nicht mit leicht trotzigem Unterton sagen: ‚Ich bin es mir wert und gebe ein paar Cent mehr aus für die Pflege meiner Haare. Ich verwöhne mich und meine Mähne (wer sonst, wenn nicht ich!!) mit dem einzigartigen BeautyTrallaFitti von IhrWisstSchonWenIchMeine .. und ich nehme NiCHT das profane Produkt von AldiLidlNetto!!!‘ Ja, so sieht’s aus! Recht so. Jetzt NEHM ich es MiR. Jetzt bin iCH dran!! Jawoll!‘.

Alles Strategie. Und Illusion. Aber, zugegeben – die Marketingfritzen haben es ja drauf irgendwie .. Oder etwa nicht?! Sie zielen mit dieser subtilen, manipulativen Botschaft doch haargenau in das Zentrum der weiblichen Herzverwundung – unserem SELBSTWERT. Sinn und Zweck der Übung soll ja sein, dass wir Mädels meinen, uns unseren Wert ‚erkaufen‘ zu können .. Mit BlingBling, teurer Mode, unendlichen Attributen. Oder – durch unendliche Rödelei, Kümmerei, Kuchenbacken,  .. Und, fallen wir drauf rein? Mal mehr, mal weniger ..

Letztens hörte ich die folgende Geschichte eingangs erwähnter Freundin. Sie berichtete mir von einer Begebenheit, die sie als kleines Mädchen erlebt hatte. Es ging um einen Wettkampf. Also handelte es sich per se eher um ein ‚männliches‘ Unterfangen. (Kleine Mädchen pflegen geschlechtstechnisch bedingt – ich weiß, keine gendergerechte Aussage, worauf ich aber pfeiffe!! – eher das Bilden einer sozialen Kleingruppe, also eher das Mit – Einander, wobei kleine und große Jungs eher den Konkurrenzkampf lieben, vulgo das Gegen – Einander. Ausnahmen bestätigen die Regel ..). Klein Anna (ich nenn sie mal so) gewann in einem Wettkampf tatsächlich den ersten Preis bei irgendwas. Nicht ‚oh, welch Wunder!!‘, sondern geschuldet ihrer eigenen Anstrengung. WOW, phantastisch!! Noch NiE dagewesen!!! Jubel über Jubel!! Der erste Preis war ein funkelnagelneues Rennrad. Ihre Augen wurden groß und größer, ihr Unglauben wich der Vorfreude, als es darum ging, den Preis einzulösen.. Ja, SiE war gemeint! Das Unwahrscheinliche war Realität geworden – DER E.R.S.T.E PREIS!!! Für ANNA!!!

Aber – Pusteblume. Der Vater von Anna mischte sich ein und fragte schnurstraks und ohne federlesens – über ihren Kopf hinweg – ob er den ersten Preis in den zweiten Preis umtauschen könne. (…) Er hätte lieber den .. SCHWARZWEiSSFERNSEHER.

Dies ist eine reale Geschichte. .. !!!!!??????? … Ohne Worte …

Dieselbe kleine, nun mittlerweile große Anna, steht momentan – ca. 50 Jahre später – im Bewerbungsprozess für einen wirklich coolen Job. Die ersten Hürden sind genommen. Es sieht sehr gut und verheißungsvoll aus nach dem ersten Gespräch!! Dann kommt ne Mail – jaja, blabla – es gibt noch zwei ‚andere, interessante Mitbewerberinnen‘ .. wir laden sie ein zu einem Casting.‘ Auswahlwahlerfahren. Doch nicht der erste Preis .. (Zumindest noch nicht gleich ..). Und nun, wird sich Anna anstrengen? Noch einmal? Bei dieser tief verletzenden Vorgeschichte? Ist dieser Job, ist dieses ganze Leben überhaupt diese Anstrengung, diesen ganzen Aufwand – wert?

Ich vermute, dass viele, viele, viele Akte der ‚Selbstsabotage‘ im Leben von Anna (und sicherlich auch bei uns selbst, bei mir ganz sicher jedenfalls) nötig waren, um sie auf die Spur zu bringen, dass sie es wert ist, den ersten Preis, den ihr das Leben überreichen will, zu empfangen. Denn das ist sie zweifelsohne!! Nicht nur zu empfangen. Sondern ihn zu erwarten. Vielleicht sogar ihn zu fordern. Allenfalls ihn zu erbitten mit offenem Schürzenschoß wie Sterntaler.

Die vielen, vielen, vielen Akte der SELBSTSABOTAGE, bei denen wir uns fragen, WARUM nur stelle ich mir immer wieder selbst ein Bein und verhindere selbst meinen Erfolg, fußen ursächlich in solchen fatalen Kindheitssituationen wie oben beschrieben. Dort werden die Gleise gelegt. Glaubt mir, das ist auch bei den blonden, wallemähnigen Damen aus der Shampoowerbung so .. Und ins geheim wissen wir es ja auch, das Shampoo von BeautyTrallaFitti verhilft uns nicht bei der Wiederherstellung unseres desolaten Selbstwertgefühls .. Alles nur Fassade ..

Diese traumatischen Gefühlserfahrungen prägen sich tief, tief in unser impliziertes Körpergedächtnis ein und unser Parasymphatikus (unser unbewusster Ausführer, manchmal ganz schön nervig, der Kerl) erinnert uns gnadenlos an unser kindliches UrDrama, wenn im Heute wieder so eine ähnliche, dämliche Situation daherkommt. Knock Out. Gerne projizieren wir unsere Wut von damals auf die Person im Heute, die dieses Gefühl durch irgendeine Tat nichtsahnend bei uns ausgelöst hat. Aber es ist unser Gefühl – und unsere Aufgabe, heilend und fürsorglich damit umzugehen. Eigentlich dürften wir diesen Personen dankbar sein, dass sie unser inneres Dilemma spiegeln ..

Die wichtige Frage: Was uns denn nun die vielen, vielen, vielen Akte der SELBSTSABOTAGE bringen – wenn schon nicht tausendfachen Verdruss und Frust über tausendfach vermeintliche ‚verpasste Chancen‘ im Leben? Wäre ja sonst dooof, oder?! Und – was ist mit Anna??!!

Bestenfalls entwickeln wir nach x Wiederholungsschleifen, bei denen wir uns nur scheinbar nicht weiterentwickeln, eine innere Bereitschaft, dass uns der erste Preis auch diesmal wirklich erreichen kann, wenn er vor uns steht. Wir richten uns auf, wir heilen unser Herz und holen uns zurück, was uns (damals) geraubt wurde.

Sprich: Ich nehme mein Herz immer wieder und wieder in die Hand, spreche gut zu ihm, halte es und zeige ihm so, zeige es mir auf diese Weise auch selbst,  dass iCH ES WERT BiN. JA, iCH BiN ES MiR WERT. Ganz, ganz doll. So schließt sich ein Kreis ..

(Und der Vater in der obigen Geschichte war es übrigens auch wert. Nur hat er es damals nicht gewußt. Es hat ihm vermutlich niemand gesagt ..).

PS: Einen Tag später, nachdem ich diesen Text geschrieben hatte, erreichte mich diese kleine Geschichte, DER ELEFANT von PAULO COELHO, dessen Bücher ich sehr liebe.  Hört einmal rein in diese kleine Geschichte .. passst zum Thema!

herz