Was ist mein ‚Schatz‘ ..

golum
FAZ am 27.03.2020

Guten Tag,  meine liebe SiLBERGRAUMETALLiC – Freundin. Wie geht es Dir so? Nach dem diesjährigen Osterfest, dem ‚mit Abstand am besten‘ in diesem Jahr .. Diese Corona – Geschichte hält uns fortwährend in Atem und bestimmt weiterhin unseren Lebensalltag. Wie geht es dir und wie gehst du damit um? Fällt dir die Decke auf den Kopf oder genießt du die Ruhe?

Wenn ich aufmerksam in die reale und/oder virtuelle Runde schaue, bemerke ich (und du sicherlich auch) die eine oder andere kritische Stimme zu dem momentanen Szenario. Und ich meine jetzt nicht die sogennanten ‚Verschwörungstheoretiker‘. Nein, ich höre aufmerksam den Stimmen zu, die diese ganze Sache geistlich deuten und einordnen im Hinblick auf eine längst überfällige Umkehr, raus aus dem Hamsterrad des ‚immer schneller, immer höher, immer weiter‘. Dass wir es ja alle durch die Bank weg so ziemlich schnell geschnallt haben, dass da auf unserem Globus etwas falsch lief, dazu braucht man kein moderner Prophet zu sein. Und dieses Umdenken ist gut und auf dem Weg. Das ist das eine.

Dann gibt es da Stimmen von Traumatologen und Psychotherapeuten, die sich aus der Sicht ihrer Fachrichtung mit dem augenblicklichen Weltgeschehen respektive der ‚von oben‘ verordneten – nach deren Einschätzung zumindest fragwürdigen – Gegenmaßnahmen auseinandersetzen. Worte wie, ‚Planspiel‘, ‚die Verhältnismäßigkeit der Dinge‘ oder ‚die Auswirkungen der Maßnahmen können schlimmer sein, als die Krankheit selbst‘  fallen dort. Wer sich nur ein wenig mit der Traumathematik auskennt, weiß, dass Menschen, die sich (noch) nicht mit ihren eigenen Traumata auseinandergesetzt haben, zu Reaktionen neigen, die aus den erlernten Überlebensstrategien zur eigenen Traumaabwehr entstammen. Das ist gar nicht böse gemeint, das ist eine Tatsache. Was ist der Motor? Die Strategie? Eindämmung der eigenen Angst, Erzeugen von ‚Sicherheit‘, raus aus der Ohnmacht. Und da wir Deutschen (=> German Angst) ein Volk sind, das eher zur Angst und zur Kontrolle (positiv: zur Ordnung) neigt, bleiben wir brav zu Hause. Ist ja auch zu einem gewissen Grad in Ordnung. Ich möchte nicht bewerten, sondern zum Selberdenken anregen .. Wer mehr erfahren möchte zu der Sichtweise der Fachrichtung Traumatologie, der klicke HiER zur Stimme von Raffael Bonelli/Wien und HiER zur Stimme von Franz Ruppert/München.

Dass eine bestimmte Stimme in dem Chor der Empfehlungen zum Gesundbleiben fehlt, ist mir jedoch bereits besonders früh aufgefallen. Hast du es auch schon bemerkt? Wir sind mittlerweile alle bestimmt Experten in Punkto Hygienemaßnahmen. Der Zustand meiner Haut an meinen Händen tendiert Richtung Sandpapier – allein vom vielen Händewaschen. Aber sind wir auch Experten in der elementaren und unerlässlichen Disziplin der Stabilisierung unseres eigenen Immunsystems? Gibt es dazu vielleicht einen heißen Tipp vom RKI, welches seit kurzer Zeit ja allabendlich einen Logenplatz in unseren Wohnzimmern genießt? Denn, nur wenn die Abwehr steht – das kennen wir aus dem Fußball – bleibt der Kasten sauber, sprich: Corona hat keine Chance uns zu verseuchen. Diese wichtige Grundlage, ja Vorraussetzung, um in diesen Zeiten gesund zu bleiben, scheint (neben Klopapier und dergleichen) eine völlige Nebensache in den allgemeinen Besprechungen zu sein .. Hmm, irgendwie komisch. Oder? Eigen – Verantwortung ist das Stichwort. Ist es dem Staat womöglich wichtiger, als ‚Papa‘ Abhängigkeiten zu produzieren .. Mal auf der Zunge zergehen lassen ..

Nachdem kein geringerer als Philantrop Bill Gates verspricht, uns als ‚Weltenretter‘ mit einem Impfstoff zu versorgen – wieder eine ‚Hilfe von außen‘ – sind mit einfachen Tipps, wie man/frau sich mit einfachen Mitteln eine stabile Immunabwehr erhält oder wieder aufbaut, keine Blumentöpfe zu gewinnen. Ist das alles zu profan? Oder ist es einfach selbstverständlich? Ich glaube nicht wirklich, eher theoretisch weiß ‚man‘ das. Deshalb an dieser Stelle ein kleiner Erinnerungsballon: Vitamin C, D³ und K², viele andere Vitamine, gesundes Essen, ausgeglichener Säure-/Basenhaushalt, viel Schlaf, wenig!! Rumdaddeln an den medialen Endgeräten – und vor allem: Viele, gesunde Beziehungen!!! Das gibt’s (fast) alles umsonst und draußen. Bitte reichlich dran bedienen.

Nun denn, einen wachen Geist bei allem, was uns grad ‚umspült‘, wünsche ich uns. Und Ausdauer, bei all dem, was uns mürbe machen will. Viel geistige Abwehrkräfte!! Eine wirklich tiefe, tragfähige Antwort auf die Frage, was unser wirklicher SCHATZ ist ..  in diesen und zukünftigen Zeiten.

Liebe Grüße aus Ostwestfalen ..

Auferstanden.

auferstanden

Dein felsenfestes JA

Was mich trägt durch alle Jubelzeiten und Sorgentäler meines Lebens ist dein felsenfestes JA zu mir :: Dieses JA wischt weg was mich kleinhalten will :: erneuert was Rost in mir ansetzt :: definiert mich bis in’s Mark und ist am stärksten wenn ich am schwächsten bin :: Diesem bedingungslosen JA schenke ich mehr Glauben als meinen Gedanken :: als den Vorstellungen anderer über mich :: Ich lasse es so tiefe Wurzeln schlagen dass ich lerne mit deinen Augen mich selbst und die Welt liebevoll zu betrachten

_ Sophia Frey _

Solidarität ist derzeit mit Abstand das Beste!

Himmel

Hallo, ihr Lieben! Den letzten Beitrag habe ich gelöscht – sorry! Sicherlich habt ihr bemerkt, dass es sich um ein unfertiges Geschreibsel gehandelt hat. Die Veröffentlichung war ein Versehen. Also, jetzt noch einmal .. mit Gefühl und Sinn und Verstand.

Wie schnell sich die Zeiten doch ändern. Die Empfehlung, ‚einfach mal blau zu machen‘, die ich in meinem letzten Beitrag einfach so in’s Blaue hineingesprochen hatte, ohne solch eine Pandemie – Entwicklung im geringsten zu ahnen, wurde doch fast postwendend von der aktuellen Situation eingeholt und umgesetzt. Etwas gespenstisch .. Auch bei der Frage, ‚ob ich mir Erfolg erlaube‘, scheint es sich eher um ein Luxusproblem zu handeln. Aktuell ist ganz einfach gefragt, was notwendig ist, pur und simpel, was die Not wendet. Einzig allein der Goethe – Ausspruch hat Bestand (ist ja ein Klassiker ..) Erfolg hat drei Buchstaben: T.U.N. Wie wahr für die vielen von uns, die uns jetzt versorgen auf den unterschiedlichsten Ebenen. Ein herzliches Dankeschön dafür!

Wie geht es dir? Bist du gesund? Bist du im Einsatz oder bist zu Haus? Rotiert dein Leben zur Zeit oder fällt dir eher die Decke auf den Kopf? Es wird so viel über diesen Virus und alles, was damit zusammenhängt geschrieben, dass ich bei mir eine gewisse Übersättigung bei diesem Thema wahrnehme. Was also schreiben? Etwas, das Mut macht. Etwas, das Orientierung bietet. Etwas, das in dieser Zeit darauf hinweist, was ‚größer ist, als wir selbst‘. Also los, ich versuche es ..

„Jede Situation enthält einen Ruf an uns, auf den wir zu horchen, dem wir zu gehorchen haben.“ Viktor Frankl

Unser Leben reduziert sich gerade auf das Essentielle. (Ich möchte jetzt nicht auf das Klopapier und die Nudeln referenzieren, aber auch diese Tatsache lässt tief blicken …). Alte, fast vergessene Werte wie Solidarität, Beziehungen ‚in echt‘ pflegen, stehen wieder hoch im Kurs. Klar im Vorteil ist, wer dies jetzt nicht erst mühsam erlernen muss. Aber auch in so einem Falle ist der Zug noch nicht abgefahren. Jetzt, in dieser Zeit haben wir die Gelegenheit, umzukehren. Uns zu besinnen. Auf das, was wirklich trägt. Dazu möchte ich die folgenden weisen Worte von dem bekannten Kommunikationsforscher Friedeman Schulz von Thun zitieren. Er schreibt in seinem aktuellen Newsletter ..

„Auch andere Werte und Lebensqualitäten können aus der Not geboren zur Tugend werden – Werte, die zu einem erfüllten Leben beitragen. Nicht hoch im Kurs steht normalerweise die Kunst der Entsagung. Aber ich glaube nicht, dass ein Menschenleben dann besonders erfüllt ist, wenn möglichst alle Wünsche erfüllt werden. Wenn ein Verzicht Sinn macht oder uns vom Schicksal aufgegeben ist, kann er zur gereiften Menschwerdung mehr beitragen als ein wohliges Vergnügen – auch wenn wir das Letztere nicht verachten wollen, wenn wir das hin und wieder genießen dürfen.“

Ja, die Erde hatte in den letzten zwei aufeinanderfolgenden Sommern Fieber und nun ist die ‚Krankheit‘ ausgebrochen und unsere fein tarierten Systeme drohen zu kollabieren. Was nützt uns, wenn unser eigener Körper mit einer Virusinfektion danieder liegt? Fasten, Entsagen, Mäßigung. Runterfahren. Wie im kleinen, so im Großen. So sieht’s aus. Aktuell beschäftigen wir uns vlt eher mit der Frage, ob wir es uns ‚erlauben‘ dürfen, tatsächlich einmal ‚bei uns zu sein und zu bleiben‘.  Gewöhnlich sind unsere Antennen doch viel öfter im Außen und wir checken ab, was da so abgeht und was wir ggfs verpassen könnten. Sind wir doch mal ehrlich, auf diese Weise puschen wir uns doch alle ungewollt gegenseitig in die Höhe – und werden doch nie so richtig satt. Und das finden wir ganz ’normal‘ ..

Aber das kollektive Homie – Dasein hat doch auch sein Gutes. Die berühmte Kehrseite der Medaillie. Wir fangen wieder an, frisch zu kochen (und hoffentlich nicht nur Nudeln). Wir haben mehr Zeit uns zu überlegen, was wir mit unserer Zeit und unseren Kindern anstellen. Wir werden kreativ und mit – teil – sam. Dann kommen wir ins Horchen. Was dran ist. Jetzt. Wir spüren. Was dran ist. Jetzt. Was verlangt das Leben von mir. In diesem Moment.

Seit Beginn des Jahres beschäftigt mich der Weg des HABiTARE SECUM – das ‚Wohnen bei sich selbst‘. Der Mönch Benedikt von Nursia, genau der heilige Benedikt, der den Orden der Benediktiner gegründet hat, hat diesen Weg vor gut 1.500 Jahren beschrieben.

Habitare secum heißt das Auge des Geistes nach Innen zu richten, sich selbst und sein Tun zu überwachen und sich immer in Gottes (liebender*) Gegenwart zu wissen. So kann ein Mensch wahrlich bei sich selbst zu Hause sein. Doch meint habitare secum keine Weltflucht, im Gegenteil: Nur wer bei sich selbst zu Hause ist, kann auch segensreich unter den Menschen wirken und wird sich von Erfahrungen des Scheiterns nicht entmutigen lassen. .. Der Weg zum habitare secum ist für jeden Menschen ein anderer. Doch der Ort und die Zeit, in der wir bei uns selbst zu Hause sind, ist für uns alle der gleiche. Der Ort ist der konkrete Alltag und die Zeit ist das Jetzt. Eine andere Zeit und einen anderen Ort, um das habitare secum zu verwirklichen, gibt es nicht. So kann jeder im Alltag in seinem eigenen Inneren Gott eine würdige Wohnstatt bereiten. So kann jeder zum „Tempel des Heiligen Geistes“ (1 Kor 6,19) und zur „Wohnung Gottes unter den Menschen“ (Offb 21,3) werden, sodass er mit Paulus sagen kann: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ (Gal 2,20).

Hört sich gut an, nicht? Mir gefällt das. Ja, dazu will ich diese Zeit nutzen. Im Alltag ganz bei mir zu sein, ganz bei Gott und – ganz bei den Menschen. Machst du mit? Vielleicht schreibst du mir deine Erfahrungen in dieser Zeit und teilst diesen Beitrag, wenn er dich anspricht, mit deinen Freunden.

Bleib gesund und behütet!

*Anmerkung der Verfasserin

zu Hause