iSRAEL

israel #58

Im Mai/Juni 2017 habe ich das Heilige Land besucht. Israel zu erforschen, stand schon seit einiger Zeit auf meiner Wunschliste und in diesem Jahr ergab es sich. An Pfingstsonntag landeten wir in Tel Aviv und die nächsten 14 Tage pilgerten wir von West nach Ost, von Nord nach Süd. Wir haben das Land, welches flächenmäßig nicht größer als der deutsche Bundesstaat Hessen ist, in allen Richtungen durchkämmt. Wir haben die besondere Atmosphäre der Stille in den unterschiedlichsten Wüsten auf uns wirken lassen, haben uns lässig als menschliche Boje im Toten Meer treiben lassen, wir wandelten auf Jesu‘ Spuren in Galiläa am See Genezareth, wir standen auf dem Hügel in Nazareth und schauten in die Tiefe der Jesreel – Ebene, den Berg Karmel besuchten wir und erinnerten uns an Elia, der dort einen spektakulären Sieg gegen eine Heerschar von Propheten mit Gottes Kraft erlangte und wir schnorchelten im Roten Meer an den steinigen Stränden von Eilat an der ägyptischen Grenze. Das geschäftige Treiben in Jerusalem natürlich nicht zu vergessen! Und noch viieel mehr haben wir gesehen ..

Dieses Land hat mich stark berührt. Ich bin nach Israel gefahren mit der Frage, ob dort etwas ‚anders‘ ist, weil es sich um das ‚Heilige Land‘ handelt. Wobei ich dieses ‚anders‘ gar nicht richtig in Worte fassen konnte. Aber als ich mich dort befand – und spürte, merkte ich wirklich einen Unterschied. Abgesehen davon, das ich mich sofort irgendwie ‚zu Hause‘ fühlte, faszinierte mich der Gedanke, dort zu sein und ‚in echt‘ die Orte zu betreten, in denen der Sohn Gottes als Mensch vor 2.000 Jahren persönlich gewirkt hat. Und ich versuchte, den ‚Heiligen Geist einzufangen‘. Ich hielt bei vielen Fußgängen ein quadratisches Seidentuch über meinem Kopf, welches vom Wind, der ständig wehte, getragen wurde. Auf diese Weise versuchte ich mich mit der transzendenten Sphäre zu verbinden und in diese Welt hineinzuspüren. Und es gelang mir. Ja, der Heilige Geist war da, in besonderer Weise.

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‚Höre Israel! Der HERR ist unser GOTT. Der HERR und sonst keiner.‘ 5. Mose 6:4

Wir starteten unsere PilgerTour in Ein Bokek am TOTEN MEER. Durch die Felswüste Negev führen gut gut ausgebaute Straßen vorbei und schrauben sich in Serpentinen zu dem riesigen, abflussfreien See, dessen Salzgehalt bis zu 33% betragen kann. Das Tote Meer liegt bekanntlich über 400 m unterhalb des Meeresspiegels – und das merkt man! Es ist ruhig dort, unglaublich ruhig. Es ist heiß, auch nachts, die Luft ist trocken. Einige riesige Hotels sind direkt an den Strand gebaut, direkt in der Wüste mit Blick auf Jordanien.

Das Hotel wimmelte von jüdischen, meist älteren Gästen, die alljährlich zur Badekur an’s Tote Meer reisen, oft mit der ganzen Familie. Am ersten Morgen nach der Anreise stehe ich morgens um 6:00 h auf, laufe in Schlappen zum See herunter und lasse es mir nicht nehmen, meinen Körper in’s Wasser zu tauchen. Neben dem Salz beeinhaltet das Wasser etliche Mineralien. Eine ausgesprochen heilsame Mixtur für Knochen- und Hautleiden. Mit ‚Einweiselehrgang‘ gehe ich in’s Wasser – denn einfach so reinlaufen mit Köpper, das sollte man tunlichst sein lassen! Untertauchen ist auch gräßlich! Das Salz beisst fürchterlich in den Augen! Aber es es ein unvergleichliches Gefühl, sich auf die Wasseroberfläche zu legen, sich einfach treiben zu lassen im Pipi – warmen, sich leicht ölig anfühlenden Wasser, die absolute Ruhe zu genießen, die Weite und das Salz in sich aufzunehmen, die sowohl zarten Farben (Felsen, Wasser, Himmel) als auch die kräftigen Schattierungen (Sand) auf sich wirken zu lassen. Den jüdischen Gästen zu lauschen, die sich für einige Stunden vor dem Frühstück in der Salzlake in den überschirmten Badetempelchen treffen und Neuigkeiten austauschen. Es ist so ruhig hier. So ruhig.

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Die weltbesten Datteln stammen .. aus iSRAEL!! Köstlich, köstlich, köstlich .. Frisch, saftig, aromatisch, süß .. einfach unbeschreiblich. Sowie alles, was wir dort zu zu essen bekamen, einfach lukullisch war. Die orientalische Gastfreundschaft ist sprichwörtlich. Und es ist beachtlich, was die Israelis nach 1948 aus diesem kargen Wüstenland in dieser kurzen Zeit gemacht haben!

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Nach einem ausgiebigen Dattel – Frühstück ging es bei 38°C zum ersten Mal zu Fuß in die Wüste Negev, in die Nähe des MAKHTESH RAMON, dem großen Krater. Wir wanderten auf weißem, pudrigen Sand bei absoluter Stille entlang eines ausgedörrten Wadi’s immer tiefer in eine Schlucht zu einer Oase. Wasser in der Wüste. Unvorstellbar! Ein Tropfen Wasser und die Wüste blüht!

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Besonders beeindruckend für mich war eine Begegnung mit einer jüdischen Frau. In der WÜSTE ZIN – in der Nähe von Dimona – machten wir in einer Oase eine kurze Pause in einem jüdisch – arabischen Einkaufszentrum. Ich schlenderte durch einen Modeladen. Da mein Interesse als Schneiderin an einheimischer Mode naturgemäß groß ist, versuchte ich mich mit der Inhaberin des Ladens zu unterhalten. Wir schafften es irgendwie unter zuhilfenahme von Händen und Füßen zu kommunizieren. Ich erzählte ihr, dass ich zur der Zeit in Deutschland in der Nähe von Dachau wohnte, sie erzählte mir, dass ihre Eltern bei der Shoa in Deutschland und Schweden umgekommen waren. Wir tauschten uns aus, Tränen flossen und bei uns beiden entstand ein zartes Band der Herzberührung – wir verstanden uns auf einer Ebene ohne Worte.

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Seidenstoff aus Brokat mit Goldfäden / Altstadt Jerusalem

Oder ich erinnere mich an einen starken Moment der Begegnung, die ich in JERUSALEM mit einem alten, jüdischen Mann hatte. Er hockte an einer Mauer unweit der Klagemauer, die Touristen strömten an ihm vorbei. Er spielte hinreissend schöne Klezmermusik auf seiner Klarinette. Ich warf ihm ein paar Shekel in seinen Korb. Er identifizierte mich – aus welchen Gründen auch immer – als Deutsche, unterbrach seine Musik, intonierte ein paar Takte aus ‚FREUDE SCHÖNER GÖTTERFUNKEN‘ und murmelte leise ‚Dankeschön‘. Das Lied war das Lied, welches ich meinem Vater auf seinem Sterbebett vorgesummt hatte und welches ihm ein letztes Lächeln in dieser Welt auf seine Lippen gezaubert hatte. Ein Kreis schloss sich auf diese Weise. – Goldene, ewige Momente, für die ich sehr dankbar bin.

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Blick vom Ölberg auf Jerusalem

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An der ‚Klagemauer‘ / Jerusalem im Bereich für die Frauen

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Ein ganz besonderes Bild – ein Jude zusammen mit einer Muslima, öffentlich in Jerusalem.    Noch dazu an einem Freitag im Ramadan.

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Weiter ging die Tour nach Galliläa an den SEE GENEZARETH. Wir wohnten für ein paar Tage in einem Kibbuz in Ginnossar, gelegen zwischen Tiberias und Karfarnaum. Auch dort machte ich mich eines Morgens auf und hatte ein Rendevouz mit der aufgehenden Sonne.

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Dieses entzückende Bäumchen stand einfach in der Gegend herum, verschönerte mit seinem Blütenmeer die Gegend und bezauberte mit seiner Schönheit den Vorbeischlendernden.

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Jeder Kibbuz hat seine eigene ‚Aura‘. Die Idee des Kibbuz ansich war 1948 nach Gründung des Staates iSRAEL eine genossenschaftliche Siedlung gleichberechtigter Mitglieder, in der es kein Privateigentum geben und das tägliche Leben kollektiv organisiert werden sollte. Man sieht diese Spuren des sozialistischen Gedankens immer noch an manchen Ecken, aber mittlerweile gibt es auch andere (Wohn- und Geschäfts-) Häuser in den Kibbuzim. Sehr interessant und SEHR VERLOCKEND!! war für mich eine CoWorking – Area direkt mit Blick auf den See. Supermodernst ausgestattete Arbeitsplätze, die aber so stylisch, atmosphärisch positiv aufgeladen und arbeitsprozessunterstützend eingerichtet waren, dass das Arbeiten ein wahres Vergnügen zu sein schien. Der Businessalltag muss nicht Grau – in – Grau sein! Mein unermüdliches Reden ..

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Auf einem meiner Erkundungsgänge durch den Kibbuz entdeckte ich einen jüdischen Kindergarten. Nicht schüchtern ging ich hinein und fragte, ob ich fotografieren dürfte. Ich erzählte, dass ich aus Deutschland käme. Ich bekam einen Kaffee angeboten, die Kindergartenfrau erwähnte, dass sie ab und zu in Berlin sei und zum Schluß spielte ich mit kleinen, jüdischen Jungs auf dem Fußboden mit Legosteinen. Ganz normal ..

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See Genezareth mit Blick auf Kafarnaum – dort ‚wohnte‘ Jesus zu seiner Zeit hier auf der Erde.

Wir machten auf dem Weg in den südlichsten Zipfel Israels kurz Station im TiMNA PARK, bevor wir die Reise mit ein paar Tagen am indischen Ozean ausklingen ließen. Reiche Kupfervorkommen machten diese Region zu einem wesentlichen wirtschaftlichen Faktor. Für uns Pilger war aber etwas anderes ganz besonders interessant: Ein 1:1 Nachbau der Stiftshütte und der alttestamentarischen Opferstätte, mit denen die Israeliten in ihren 40 Wüstenjahren unterwegs waren. Wir konnten einen Blick auf die ‚vergoldete‘ Bundeslade werden, die die Gesetzestafels enthielt, die Mose von Gott am Sinai bekommen hatte.

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Vor Beginn der Reise hörte ich fast ununterbrochen Anbetungsmusik von SARAH LiBERMANN, die ich mir aus Israel bestellt hatte. Das Video zum Lied Esh Ruchacha wurde dort in der Stiftshütte gedreht. Ein besonderer Moment, hinter den Vorhang in’s ‚Allerheiligste‘ zu treten.

Die letzten Tage unserer Kreuz- und Quer – Tour durch das Helige Land verbrachten wir in EiLAT am Roten Meer am Golf von Akabar an der Grenze zu Ägypten. Um in den südlichsten Zipfel des Landes zu kommen, fuhren wir durch die Wüste Negev. Ich erinnerte mich, dass ich von dieser Wüste das erste Mal im Erdkundeunterricht in der 3. Klasse gehört hatte. Und nun war ich mittendrin. Ich begann, diese Ödnes zu lieben und die Felsformationen, die unterschiedlich farbigen Gesteinsschichten fingen an, Geschichten zu erzählen. Sie sind Zeugnisse, die bis weit in die Entstehung der Erde hineinreichen.

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Immer windig!! Und heiß!!
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Was für eine Wasserfarbe! Die beeindruckendsten Fischlein sind nicht weit entfernt ..

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So kann man es sich auch gut gehen lassen .. Alles da!
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Sowas geht auch nur in iSRAEL .. Man denke sich solche Szenarien in unseren Landen ..

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Am letzten Tag vor unserer Abreise in unsere Heimat erklommen wir in einem offenen Jeep die felsigen Höhen an der Grenze zu Ägypten. Wir sprachen den Segen über iSRAEL aus und sogen noch einmal die Essenz dieses Landes, dieser Region und dieser Nation in uns auf. Was es für uns bedeutete, unsere Füße auf diesen Boden gesetzt haben zu dürfen, konnten wir zu dem Zeitpunkt nicht im Geringsten ermessen. Die Eindrücke mussten verdaut werden, sie mussten durch jede Körperzelle hindurch verstoffwechselt werden. Das braucht Zeit. – Sicher waren wir uns alle: Wir kommen wieder. Denn das Geheimnis iSRAEL kann nicht mit einem Besuch entschlüsselt werden. Wenn es jemals gelingen sollte ..

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Hier eine Verheissung, die GOTT seinem Volk lange vor Jesu Geburt gegeben hat. Diese Verheissung erfüllt sich gerade. Im Jahr 1948 wurde der Staat iSRAEL von David Ben – Gurion ausgerufen. Seitdem kehren Millionen Juden, die seit Generationen in der ganzen Welt zerstreut leben mussten und letztlich keinen Heimatstaat hatten, in ihr von Gott versprochenes Land.
‚Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!  Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.
Und die Völker werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht. Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt, kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arm hergetragen werden.‘

Jesaja 60:1 ff

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FAZIT Mein Bild von iSRAEL ist: Ein cooles, sehr modernes und auch sicheres Land (zumindest zu dem Zeitpunkt, als wir dort waren), winzig – aber der Nabel der Welt!! Alles, was von wirklicher Bedeutung für die Welt war und ist, geschah dort. Die Geburt des Erlösers JESUS CHRiSTUS. GOTT wurde MENSCH – und iSRAEL war die Bühne des Geschehens. Die Juden, der Augapfel Gottes, glauben  diese Geschichte (leider) noch immer nicht. Aber sie sind Gottes Volk, welches ER sich erwählt hat. Und das Alte Testament der Bibel ist voll von Prophetien über iSRAEL, von denen einige bereits in Erfüllung gegangen sind. Und GOTT hält Wort und wird ALLES erfüllen, was ER sich vorgenommen hat!!

Viele Zusammenhänge habe ich (noch) nicht ganz durchblickt. Die politischen Wirrnisse z.B. Aber ich lerne dazu. Und die Palästinenser sind weder ‚die Guten‘, noch die ‚Feinde‘ iSRAELS, sie brauchen ebenfalls unser empathisches Verständnis. Letztlich handelt es sich bei der ganzen Sache um einen tausende Jahre alten, durch alle Generationen weitergegebenen Streit der (Halb-) Brüder Isaak und Ismael. Beschrieben in der Bibel im AT:1.Mose21:9ff.

Als ich am ersten Abend im Garten unseres Hotels am Toten Meer in einer Hollywoodschaukel lungerte und mich vom heißen Wüstenwind sanft schaukeln ließ, ertönte zu nachtschlafender Zeit laute Musik von einer Live Band, die im benachbarten Hotel aufspielte, zu mir herüber. Ich wunderte mich über die Lautstärke zu dieser Uhrzeit. Es schien niemanden zu stören. An dem sonst so stillen Ort. Aber dann vernahm ich in meinem Geist folgende Worte: HiER SPiELT DiE MUSiK. Ja, hier spielt die Musik, hier in diesem kleinen, winzigen, schon immer stark umkämpften Land auf dieser Erde. So ist es und so wird es sein. Wer Ohren hat zu hören, der höre ..

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