Veränderungen managen

ChANGE #1

Wir leben in einer Zeit der rasend schnell voranschreitenden Veränderungen, schon aufgefallen? Mit Sicherheit erzähle ich dir jetzt nix Neues. Change – Prozess heisst das auf neudeutsch. Zu den äußerlich stattfindenden Veränderungen, kommen die persönlich eingeleiteten ‚Change – Prozesse‘. Ein neuer Haarschnitt – von lang auf kurz, wie bei mir vor einigen Wochen – ist da eher ein kleiner Klacks (allerdings mit beachtlicher Wirkung). Vor einigen Tagen traf ich mich mit etlichen FührungskräfteFrauen aus Ostwestfalen zu einem Netzwerktreffen. Wir waren zu Gast in einem Bielefelder Unternehmen, das weltweit Lösungen für Fenster herstellt und vertreibt. Während des interessanten Vortrags zum Thema ‚Vereinbarkeit von Frau und Beruf‘  fiel das Stichwort VUKAWELT. Schon gehört, den Begriff? Ehrlich gesagt wusste ich bis dato nicht, dass es für das, was in der Welt momentan abgeht, einen Begriff gibt, obwohl ich vor 4 Jahren bereits agile Projekte gemanagt habe. Ich zitiere mal:

„In dieser VUKAWELT gibt es keine festen Regeln, keine Gewissheiten und klar zu erkennenden Zusammenhänge mehr: Alles ist möglich – sogar dessen Gegenteil. Und gleich darauf schon wieder etwas ganz anderes!“ (c) Torsten G. Scheller

So ist es. Das ist die Realität, in der wir momentan leben. Auf allen Kanälen.

Wir Führungsfrauen diskutierten also das Thema. Wer nicht auf dem Baum schläft, sollte heute agil sein. Lebenslanges Lernen ist eine aktuelle Grundvoraussetzung (find ich zB super, da ich von Natur aus wissbegierig bin). Nur – wenn ich im Außen in einem rasenden Thempo mit ständig neuen Sachen, Ideen, Rahmenbedingungen etc konfrontiert bin und ich im Innen ebenso agil darauf reagiern muss, ja drehe ich dann nicht ständig und komplett im Hamsterrad??!! Puhhhhh und ein kräftiges Uffff. Burnout lässt grüßen.

Was brauchen wir in solch einer agilen Welt? Wir brauchen – ganz einfach – eine gewisse Orientierungs- und Selbststeuerungskompetenz.

Was ist gemeint damit? Es ist nicht gemeint, seinem bisherigen Doing einen neuen Anstrich zu verpassen und das Ganze dann ‚agil‘ zu taufen. Nee, so einfach geht das nicht!! Der agile Gedanke ist nicht uncool. Projekte auf eine agile Weise zu managen ist taff und macht Spaß!! (Und ganz ehrlich,  soooo neu ist diese agile Idee ja nun auch nicht. Auf welche Weise manag(t)en wir Frauen und Mütter jahrzehntelang, ach was, generationenlang als gewiefte, mit Sachverstand und Empathie ausgestattete Projektleiterinnen unsere Familienunternehmen, wenn nicht auf die AGiLE Weise??!!). Der Unterschied zu früher ist, dass die Geschwindigkeit im Aussen ständig zunimmt. Wir Menschen produzieren den Wandel und kommen nicht mehr hinterher.

Was braucht es also, um zu leben und nicht nur um zu über – leben? Wenn nicht neue Fertigkeiten, dann vlt ein neues Bewusstsein dessen, wer wir sind und was wir (schon) an Board haben.

Wir brauchen – ganz sicher – einen SELBST – STAND. Und zwar einen richtig sicheren Selbststand. Mit einer Verankerung tief in der Erde. Instinkt, Werte und Tradition sind da Stichworte. Aber ebenso wichtig ist die Öffnung für den ‚Himmel‘. Intuition und Spiritualität ist gefragt, um leicht zu agieren.  Um selbst – ständig agieren zu können. Um ent – scheiden zu können, was in einer agilen Welt JETZT richtig und not – wendig ist. Damit wir nicht untergehen und uns in all der zeitgeistigen Nebulösität verlieren. Zu diesem Thema schreibe ich demnächst noch dies und das .. Gerne teile mir doch deine aktuellen Fragen oder Gedanken mit, falls du dazu etwas hast!!

Für den Moment möchte ich dir einen kleinen Leitfaden mit an die Hand geben, wie du im kleinen (oder auch im großen) mit Veränderungsprozessen umgehen kannst. Ohne dich zu überfordern. Es ist oft so, dass das Leben die Fragen und Antworten fast gleichzeitig liefert. Diese hilfreichen, klar strukturierten Punkte entstammen einem inspirierenden Vortrag während eines Frühstückstreffens für Frauen, das die bekannte Autorin Tamara Hinz ein paar Tage später nach dem Netzwerktreffen in Bielefeld in der Pauluskirche gehalten hat. Ihre Bücher kann ich übrigens sehr empfehlen.

Also, die Überschriften der folgenden 6 Punkte stammen von Tamara, ich habe sie inhaltlich ausgeführt und auch noch Punkt 07_ und Punkt 08_hinzugefügt. Viel Spaß beim Lesen ..

01_ VERÄNDERUNGEN MÜSSEN GEWOLLT UND BEJAHT SEiN.

‚Einen toten Hund zum Jagen tragen.‘ ‚Wo kein Wille, da kein Weg.‘ Der deutsche Volksmund hat da so seine eigenen Beobachtungen aufgestellt, wenn es darum geht, Dinge zu verändern. Kein Wunder, dass mir diese ‚Weisheiten‘ sofort zu diesem Thema einfallen .. Veränderungen lassen sich nicht (oder sehr schlecht!!) verordnen, aufzwingen, von oben herab herbeizitieren. Auch wenn wir versuchen, unseren ‚veränderungsunwilligen‘ Partner (wer immer das auch sein mag) auf die sachte Tour auf Kurs zu bringen, geht der Schuss oft nach hinten los. Denn in den Fällen handelt sich um manipulative Verhaltensweisen, die wir mitunter unbewußt anwenden. Aber irgendwie hat der andere dann ein ungutes Gefühl dabei. Und sagt es oft nicht. Also – auf unsere positive Entscheidung kommt es an, dann kommt der Ball ins Rollen!

02_ VERÄNDERUNGEN BRAUCHEN ZEiT.

Ja. Es braucht seine Zeit, bis der Ansatz rauswächst, wenn du die Entscheidung getroffen hast, dein Haar wieder ‚en nature‘ zu tragen. Es braucht 9 Monate, bis ein Kind im Bauch der Mutter heranwächst und in diese Welt geboren wird. Alles hat SEiNE Zeit, wie es der Prediger in der Bibel schon weiß. Lassen wir uns nicht vom UltraHyperSuperMega – Zeitgeist irre machen! Bleib einfach mal stehen. Und atme durch.

03_ ÜBERNiMM VERANTWORTUNG FÜR DEiNEN VERÄNDERUNGSPROZESS.

Niemand anders, als du selbst bist verantwortlich für die Gestaltung deines Lebens. Ersetze vlt das Wort ‚Schuld‘ mit ‚Verantwortung‘, wenn bei dir da etwas anklingt, dann wird der Ton leichter. Niemand lebt dein Leben und niemand muss dafür sorgen, dass es dir gut geht. Das kannst nur du allein. Und du musst auch nicht pausenlos dafür sorgen, dass es anderen gut geht (ich meine damit jetzt die Fälle, in denen wir anderen Aufgaben abnehmen, die sie gut allein bewältigen können. Damit berauben wir den anderen der jeweiligen Eigenverantwortung und erzeugen nebulöse Abhängigkeiten).

04_ GEHE KLEiNE, ABER KONKRETE SCHRiTTE iN RiCHTUNG VERÄNDERUNG.

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, genausowenig sind wir in der Lage, jahrzehntelang eingeübtes Verhalten von jetzt auf gleich abzustellen => die neuronalen Autobahnen in unseren Gehirnen entsprechen in etwa den schwerfälligen, bürokratischen Vorgängen in den Konzernen. Wie im kleinen, so im großen. Also, Geduld ist gefragt. Und ein liebevolles Zureden. Und Fingerspitzengefühl. Und Mut ..

05_ BEREiTE DiCH AUF WiDERSTAND VOR.

‚Das haben wir schon immer so gemacht!!‘ Oh, wie gut kenne ich diesen Einwand! Machte mich früher exorbitant wütend, wenn ich das hörte!! Kennst du das auch? Aber was ist mit meinen eigenen, inneren Widerständen? Traue ich mich denn aus meiner eigenen, inneren Komfortzone? Kenne ich meine inneren Grenzen überhaupt, kann ich sie benennen? Will ich sie anschauen und auch überwinden? (Womit wir wieder bei Punkt 01_ wären ..). Es hat ganz klar etwas mit MiR zu tun, wenn ich im Aussen etwas wahrnehme, was mich stört, ärgert, mir Angst macht. Auf die äußeren Widerstände kann ich sehr oft nur im begrenzten Maße Einfluss nehmen – auf meine inneren schon! Und dann gelingt es auch oft, die äusseren Umstände zu verändern.

06_ RECHNE MiT DER KRAFT GOTTES.

Jetzt kommt mein persönlicher Favorit: ‚Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen‘. Ja, wenn ich nur Hindernisse und  Begrenzungen sehe, weiß ich, dass es doch einen treu sorgenden, zuverlässigen, guten, gnädigen Gott gibt, der mir in der Person seines Sohnes Jesus Christus in jeder ausweglos erscheinenden Lebenslage hilft. Es ist gut und hilfreich, wenn wir uns in der Bibel, übrigens dem ältesten, weisesten CoachingRatgeber ever darüber informieren, wie die Welt tickt und wie auch wir ticken. Und – ganz wichtig – was wir tun können, damit wir die goldene Spur finden.  Es gibt da so ein paar Regeln, die uns gut tun .. Damit wir den fetten, göttlichen Segen ernten.

07_ GiB NiEMALS AUF.

Dieser Punkt ist mein zweiter persönlicher Favorit, aber auch mein größtes Lernfeld. Gebe ich zu. Aber vielleicht bin ich auch nur zu ungeduldig. Wenn ein ZiEL angepeilt ist, laufen von einer distanzierten Perspektive aus betrachtet, doch oft alle Stränge in eine Richtung. Bloß im alltäglichen Klein-Klein sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht. Deshalb – sei gnädig und liebevoll mit dir. Und glaube, dass du es kannst. Wir wachsen nur in dem Maß, indem wir uns Veränderung selbst vorstellen können. Deshalb ist es durchaus angebracht, einmal etwas ‚größer‘ zu denken und die persönliche Angst hinter sich zu lassen.

08_ SUCHE DiR UNTERSTÜTZER

Dieser Punkt ist mir gerade noch eingefallen – auch GANZ WiCHTiG. Wir leben nicht allein auf dieser Welt, wir leben in Beziehungen und Bezügen. Suche Dir einen DREAM – TEAM – PARTNER, einen MENTOREN, einen COACH für dein Vorhaben – ziehe deine Veränderung nicht allein durch. Ein zweifaches Seil reißt nicht so schnell und eine dreifache Schnur hält sogar noch besser. Steht übrigens auch in der Bibel ..

In meiner neu aufgeräumten Küche (noch ne coole Veränderung in meinem Bereich), in der mein kleines, total analoges Tivoli Audio Model One – Radio nun sehr bedienerfreundlich direkt vor meiner Nase auf dem Fensterbrett steht, habe ich gestern auf WDR 4 – passend zum Thema – die alte Schnulze YOU CAN GET iT iF YOU REALLY WANT. gehört. Klick den Song ruhig mal an (wenn du für den Rest des Tages einen Ohrwurm haben möchtest) und achte auf den Text (hier ist die deutsche Übersetzung).

Du wirst auf Widerstand treffen
Aber je härter der Kampf für dich ist,
um so größer wird der Sieg sein.

♥ ♥ ♥

PS: Hast Du vlt Lust bekommen, mehr zum Thema ‚Veränderungen managen‘ zu erfahren, zu hören, zu lernen, selbst zu entwickeln? Als eine Frau, die in den letzten 8 Jahren allein 13 Mal umgezogen ist, etliche Landstriche, Menschen, Businessumgebungen zwischen Fast – Flensburg und München kennenlernen durfte, habe ich so einiges Handwerkszeug in meinem Rucksack zum Thema ‚ Leben mit leichtem Gepäck‘. Diese Erfahrungen möchte ich gern teilen mit dir. Bei einem Eins – zu – Eins – Coaching, in Form eines (Business-) Vortrags, als kurzer Lebensbericht auf einer Veranstaltung .. Oder, oder! Ich freu mich auf dein Interesse!!

 

Haare ab! Los geht’s ..

2019 ich

Zwischen Suppe und Kartoffeln ein kurzer Gruß aus meiner Küche! Die Blätter fallen, es ist Herbst und wir dürfen ab heute wieder eine Stunde länger schlafen. Super, oder??!! Ja, und dann gibt’s noch was zu vermelden, eine eher unbedeutende Kleinigkeit .. Meine Haare sind ab!! Apper geht’s fast nicht .. Aber: Es fühlt sichgroßartig an!! Weg mit dem Vorurteil, dass nur lange Haare ‚richtig weiblich‘ sind. Bei mir klappt es einfach nicht mit den langen Haaren!!!

Weisst du, was cool ist? Dass das Leben immer wieder neu und spannend ist. Jeder Tag bietet eine neue Chance, es anders zu machen. Als gestern. Oder vorgestern. Haare lang. Haare kurz. Es eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Komplett neue Sichtweisen. Ein ganz neues Kopfgefühl. Freie Sicht. Freiheit. Leichtigkeit.

Passend zu dieser neuen Kopfsituation habe ich letztens irgendwo den folgenden Satz aufgeschnappt, über den ich ein bisschen gehirnt habe ..

WAS GLAUBST DU (VON DiR), WER DU BiST?

Bist du, was die Menschen über dich sagen? Bist du das Produkt der (manchmal vertrackt gruseligen) Erziehungsversuche deiner Eltern? Bist du das Opfer der äußeren Umstände? Hand auf’s Herz: Auch jenseits der 50er Schwelle schlagen wir uns mit so manchen ungelösten Mustern und Problemchen herum, oder etwa nicht?

Kann es nicht sein, dass wir oft (manchmal sogar ziemlich lange im Leben) einen eingebauten Sabotageagenten beherrbergen, der uns innerlich immer dann ein Bein stellt, wenn wir kurz vor einem grandiosen Erfolg, einer sich neu auftuenden Möglichkeit stehen? Was ist es, was uns ganz tief im Inneren hemmt, so richtig, richtig Gas zu geben? Ist es die Angst, nicht gesehen zu werden – oder genau das Gegenteil? Die Angst, uns zu zeigen!! Uns so zu zeigen, wie wir wirklich, wirklich sind?

Viele Menschen fürchten die eigene  Größe und weichen deshalb dem vollen Leben aus.

Der Psychologe Abraham Maslow analysiert: „Wir fürchten uns vor unserem größten Potential (und vor unserem geringsten). Gewöhnlich haben wir Furcht, das zu werden, was wir in unseren volkommensten Augenblicken nur flüchtig zu sehen bekommen. Wir genießen, ja begeistern uns für die gottähnlichen Potentiale, die wir in diesen Höhepunkten in uns entdecken. Trotzdem zittern wir gleichzeitig vor Schwäche, Ehrfurcht und Furcht vor ebendiesen Potentialen. Wir sind einfach nicht stark genug, um noch mehr zu ertragen! Es ist zu erschütternd, zu mühsam! Deshalb sagen Menschen in Augenblicken der Ekstase : ‚Es ist zu viel‘, oder: ,Ich halte es nicht aus‘. Unser Organismus ist einem Übermaß an Größe (Stimulanz) nicht gewachsen. Für manche Menschen ist dieses Zurückschrecken vor dem eigenen Wachstumspotenzial, dieses Zurückschrauben eigener Erwartungen, diese Furcht, sich völlig aufzugeben, die freiwillige Selbstverstümmelung, die angebliche Dummheit, die falsche Bescheidenheit in Wahrheit nichts anderes als Furcht vor der eigenen Großartigkeit.“

Wie hört sich das an für dich? Passend? Spür mal rein .. Wenn sich Großartigkeit mit scheuer, echter Demut paart, dann ist das sehr (v)erträglich, finde ich. Dazu fällt mir noch ein guter Text ein mit dem selben Tenor ..

Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.
Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein.
Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, ängstigt uns am meisten.
Wir fragen uns: Wer bin ich denn, dass ich so brillant sein soll?
Aber wer bist du, es nicht zu sein?
Du bist ein Kind Gottes.
Es dient der Welt nicht, wenn du dich klein machst.
Sich klein zu machen, nur damit sich andere um dich herum nicht unsicher fühlen,
hat nichts Erleuchtetes.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.
Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem Einzelnen.
Und wenn wir unser Licht scheinen lassen,
geben wir damit unbewusst anderen die Erlaubnis, es auch zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,
befreit unsere Gegenwart automatisch die anderen.

(c) Marianne Williamson „A Return To Love“

Es wäre doch Schade, wenn wir unser SELBST SEiN verpassen aus Angst davor, wir selbst zu sein. Da würde gewaltig was fehlen, wenn’s dich nur als Zerrbild gäbe und nicht im Original. Also, jetzt bei dir: Haare ab? Oder welche Idee hast du? Schreib’s mir doch mal, würde mich interessieren .. Ich geh jetzt Haare stylen .. oder kochen. Lieben Gruß!!

jetzt bin ich ich

haare ab

Prof. Dr. Garten #2

allium

Heute verbrachte ich wieder einige schöne Stunden in meinem Vorgarten. Die Sonne schien verlockend, es hatte des Nachts etwas geregnet, sodass die Erde gut durchgefeuchtet war; nicht zuuu naß, um darin zu arbeiten. Mein Vorgarten – Projekt, das ich schon seit einiger Zeit im Auge habe und welches unaufhörlich nach Vollzug und Beendigung schrie, sollte HEUTE abgefrühstückt werden. Mich nervte .. mein Storchenschnabel. Eine wunderhübsch lila – blühende Staude, die aber die beim Pflanzen nicht von mir einkalkulierte Eigenschaft entwickelte, andere Pflänzchen, die ebenso gleichwertig um ein Dasein in meinem Blumenbeet rangten, komplett zu verdrängen. Sehr übergriffig, die schnäbelige Störchin!

Normalerweise scheue ich mich, noch lebende Pflanzenwesen auszurotten, aber hier lag die Sache anders. Von meinem Frauenmantel, der sich ja auch nicht schüchtern gern ausbreitet mit seinen fächrigen Blättern, war fast nix mehr zu sehen. Die zarten Röckchen der schwebenden Akelei schafften es überhaupt nicht mehr, mein Auge zu erfreuen. Nigella, die Jungfer im Grünen (meine Lieblingsblume!!), ward schon lange, lange nicht mehr zu sehen. Von den Ringelblumen, die ich großzügig auf ein im Frühjahr vorhandenes Loch im Beet aussäte, schaffte es sage und schreibe EiNE Pflanze, zu erschienen. Also, Frau Storchenschnabel, so geht das nicht! Etwas mehr Zurückhaltung bitte!!

Nun denn, ich setzte also meine dreizackige Hacke an und fuhrwerkte drauflos. Es war anstrengend, die weitverzweigten Wurzeln zu entfernen. Ja, ich musste sie regelrecht ausgraben, da sie mächtige, unterirdische Rhizome gebildet hatten. Ich siebte die Erde fast – ich wollte nix mehr sehen vom storchigen Schnabel. Jedes noch so kleine Würzelchen würde wieder ein neues Pflänzchen hervorbringen. Nein!! Puh!! Wie nervig!!

Da hilft alles nix – Wurzelbehandlung ist angesagt.

Ja, wie nervig ist das!, sinnierte ich beim Hacken so vor mich hin. Wenn wir in unserem Leben mit etwas kämpfen, was wir gern ‚ausrotten‘ möchten. Eigenschaften, wie Neid, Bitterkeit, schlechte Angewohnheiten z.B. .. Dinge, die uns beim Leben hindern. Das wuchert auch so vor sich hin. Oder familiär verfilzte Altlasten, die – unbearbeitet – in aktuellen Beziehungen immer wieder aufflammen. Da hilft alles nix – Wurzelbehandlung ist angesagt. Ach, wie froh und dankbar bin ich doch, dass mein Prof. Dr. Garten mir immer kostenlose, weise Vorlesungen hält.

Nach ein paar Stündchen unermüdlicher Arbeit sieht das ganze Setting schon gaaanz anders aus. Frei und klar liegt das Beet / mein Leben nun vor mir. Ich habe noch Zeit und krame die Blumenzwiebeln hervor, die ich schon vor langer Zeit erstanden hatte und die nun endlich im Beet Platz haben. Tulpen, Narzissen und die eleganten, lila Allium Kugeln. Auf die freue ich mich im nächsten Frühjahr ganz besonders.  Also, das Buddeln hat sich gelohnt. Ich bin zufrieden, dass ich mich endlich aufgerafft habe. Und ich bin sehr gespannt auf die jetzt noch verborgenen Früchte, die im nächsten Jahr sichtbar werden. Ich mach mal ein Photo! Viel Spaß dir bei deinen Garten- / Lebensprojekten! 🙂